Abgrenzung zwischen E-Sport und Glücksspiel

E-Sport ist eine relativ neue Erscheinung, trotzdem ist es anzugeben, dass er sich schon über einen großen Markt verfügt, in dem sich wirtschaftliche Perspektiven auch aufleuchten lassen. Die jährlichen betreffenden Einkommen wachsen unaufhörlich.

Zum Begriff des e-Sports. Eine einheitliche Definition zum e-Sport ist es noch nicht vorhanden. Der sog. Hinsichtlich der Definition des Britischer E-Sport Verbands (British Esports Association – im Weiteren: BEA) gilt die Bezeichnung „e-Sport“ als Sammelbegriff von kompetitiven Videogames, in denen die einzelne jeweilige Spieler (mindestens zwei)  – meistens für Preis – online oder in traditionellen Veranstaltungen gegeneinander kämpfen. Die Bestimmung, auf die der Internationaler e-Sport Verband (International e-Sports Federation, im Weiteren: IESF) sich auch beruft, ist dem Begriff der BEA gleichermaßen; der einzige Unterschied ist ein zusätzliches Komponente  – und zwar der organisierte Wettkampf – in der Beschreibung.

Zwar e-Sport ein globales Phänomen ist, sind die Einzelfragen allerdings in den jeweiligen nationalen Rechtsordnungen lokal geregelt. Die vorkommenden Rechtsfragen können nur beantwortet werden, wenn wir diese jeweiligen nationalen Rechtsvorschriften und die einzelnen nationalen Lösungen untersuchen. Solche Frage ist zB. ob E-Sport als Sport betrachtet werden kann und wo die Grenze zwischen e-Sport und Glücksspiel liegt.

Wenn wir einen kurzen Blick auf die ungarischen Regelung werfen, ist es festzustellen, dass der im Rede stehende Begriff des e-Sports inhaltlich dem sich im Gesetz Nr. 1 von 2004 (im Weiteren: Sportgesetz) befindlichen Begriff entspricht. Als Sporttätigkeit wird das körperliche Training oder die in einer geistlichen Sportart geübte Tätigkeit bezeichnet, die in einer organisierten Form, oder wettkampmäßig, gemäß bestimmten Maßstaben geübt wird und fördert das Behalten und die Entwicklung der geistliche Leistungsfähigkeit und physische Eignung. An dieser Stelle ist es festzustellen, dass Schach und e-Sport über ähnlichen Merkmale verfügen, die einzige gestrittene Frage ist die physische Eignung. Darauf kommt aber in der Regel der Antwort, dass Konzentration für eine lange Zeit vor dem Computer gilt für eine Tätigkeit, die eine gute Ausdauerfähigkeit bedauert.

Laut dem Begriff des Gesetzes Nr. XXXIV von 1991 über die Veranstaltung von Glücksspielen sind Glücksspiele „alle Spiele, bei denen der Spieler gegen Zahlung von Geld oder Leistung eines Vermögenswertes, bei Bestehen oder Eintreten bestimmter Bedingungen zu einem Geldgewinn oder einem anderen Gewinn mit Vermögenswert berechtigt wird. Das Gewinnen oder Verlieren hängt ausschließlich oder größtenteils vom Zufall ab.“ Ein anderer wichtiger Begriff – nämlich der Begriff der Wette – ist sich im Artikel 28/A des Gesetzes befindlich: „ein Wettereignis ist der zukünftige Vorgang, bei dem wenigstens zwei an die Öffentlichkeit gelangende Ausgänge möglich sind, auf deren Eintreffen der Spielveranstalter keinerlei Einfluss hat.“

Wir sind an der Meinung, dass das Gewinnen beim e-Sport nicht ausschließlich oder größtenteils vom Zufall, sondern von Kenntnissen, Fähigkeiten und Erfahrungen des jeweiligen Spielers abhängt. Ein Regierungsbeschluss (resp. 1839/2017. (XI. 10.) Korm. határozat) stützt unsere Ansicht auch, weil in diesem Regierungsbeschluss e-Sport als eine eigenständige Sportart anerkannt wurde. Wichtig ist aber, dass für eine Tätigkeit, wobei die Merkmale eine Wette verwirklichen (wenn zB. um das Ereignis eines e-Sports gewettet wird), ist das Gesetz über die Veranstaltung von Glücksspielen anwendbar.

Ein anderer Aspekt ist bezüglich der Abgrenzung zwischen e-Sport und Glücksspiele zu erwähnen, und zwar die Frage der sog. Items. Unter der Bezeichnung eines Items werden verschiedene Gegenstände, Objekte oder sogar verschiedene Vorteile verstanden, welche die Spieler gegen einen Gegenwert erlangen können. Der Wert von der jeweiligen Items ist aber während des Kaufs und sogar während der Zahlung nicht sichtbar, Werte von der jeweiligen Items hängen ausschließlich vom Zufall ab, daher ist es vorstellbar, dass der Wert von einem Item höchst übersteigt den eingezahlenen Betrag. Solche nennt man „loot box“ (etwa Schatzkisten), deren Inanspruchnahme in manchen europäischen Ländern im Bereich der Glücksspiele fällt; dementsprechend ist die Verwendung von denen ohne Zulassung oder Genehmigung rechtswidrig.

Es ist vorteilhaft, einen kurzen Blick auf die betreffenden Vorschriften anderer europäischen Länder zu werfen. In Frankreich sind e-Sport Wettkämpfe nicht als Glücksspiel betrachtet, wenn die Teilnehmer physisch auch anwesend sind. Aber die meisten Online-Wettkämpfe sind illegal und vor allem wenn andere Gebühren neben die Lizenzgebühr bezahlt werden müssen. Wette auf e-Sport Wettkämpfe sind auch illegal in Frankreich.

Der britische Gambling Comission hat sich im Jahre 2017 mit dem Thema das Verhältnis zwischen e-Sport und Glücksspiele beschäftigt und hat darüber ein Bericht erlassen. In diesem Bericht wurde festgestellt, dass 8,5 Prozent der Online-Wettenden bereits auf irgendwelchen e-Sport gewettet haben. Als Fazit des erwähnten Berichts  kann verfasst werden, dass der Comission eine hohe Gefahr daran sieht, dass unter der jüngeren Generation, die einen ständigen Kontakt mit e-Sport hat, Teilnahme an Wetten populärer sein kann.

Die Antwort auf die oben geschilderten rechtliche Fragen ist heute noch nicht vollkommend befriedigend, weil dieser Bereich noch ständig wachst und sich entwickelt, wodurch sich die jeweiligen nationalen Vorschriften auch ständig verändern. Weil hinter diesem Bereich ein großes wirtschaftliches Interesse liegt, wird das Wachstum in den nächsten Jahren voraussichtlich ungebrochen.

Dobos – Kőhidi Anwaltssozietät

dr. Dobos István RA
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